|
Die Kultur Stosszeit freute sich am 27.03.2007 einen der erfolgreichsten Kabarettisten Österreichs begrüßen zu dürfen: Roland Düringer präsentierte in der Stadthalle Bruck/Leitha sein Programm 'Düringer Ab 4,99'. Im ausverkauften Saal lernten die Besucher Roland Düringer von einer neuen Seite kennen. Kritisch und mit bekanntem Humor nimmt er die Konsumwelt auf seine unerbittliche Schaufel.
'Düringer Ab 4,99' - der Name ist Programm, denn hier regiert der kleinste Preis: Karten für den Abend gibt es bereits um 4,99€. Jetzt alles minus 70 Prozent! Solange der Vorrat reicht! Zugreifen! Nur jetzt! Die oberflächliche Konsumgesellschaft, die ihren Sinn im Erwerb von unnützen Dingen sucht, treibt Düringer in den Wahnsinn. Er hält einen Befund ins Publikum, der ihm 'Paranoide Schizophrenie' attestiert und meint dazu: 'I bin deppat, oba sogts es blos net weida. Wer zoit scho 4,99, dass a an Wahnsinnigen sicht?'
Im zweiten Teil des Programms kommt ein veränderter Düringer auf die Bühne. Als schmieriger 'Louis de Ville' betreibt er Werbung für seine Organisation 'P.H.I.-Perfect Human Individuals'. Im Stile eines Pyramidenspielwerbers rekrutiert Düringer Personal für seine Organisation. Dabei mischt er sich mutig unter das Publikum und stößt dabei gelegentlich an die Grenzen des Stegreifspiels.
Eine technisch aufwendige Konstruktion untermalt den gesamt Abend. Auf zwei großen Leinwänden gibt es laufend Werbebotschaften, rasante Videoclips und amüsante Zuspielungen u.a. mit Alfred Dorfer, Reinhard Novak, Andrea Händler und Eva Billisich. Auch für virtuelle Zwiegespräche kommt die Technik zum Einsatz: Hofnarr 'Dürflinger' versucht 'König Kunde' Düringer davon zu überzeugen, dass eine Klopapierrolle die bessere Kamera und das Gehirn der beste Speicher für schöne Bilder ist.
Roland Düringer geht hier auch sehr radikal mit sich selbst und seiner Geschichte ins Gericht. Er versucht mit 'Düringer Ab 4,99' seinen persönlichen Aufstieg zu einem der zugkräftigsten Entertainer des Landes und die Versuche seitens der gewissenlosen Gewinnmaximierer, sich diese Popularität zunutze zu machen, aufzuarbeiten. Der 4,99-Konsument klopft sich zwar nicht unentwegt auf die Schenkel, bekommt dafür aber feinstes, feinsinniges Kabarett geboten, das abermals mit 'Wuchteln' durchsetzt ist.
|